Prof. Dr. med. Barbara Schmidt
(Klinische Virologie am Universitätsklinkium Erlangen)

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Projekt: Tumorvakzinierung mittels virusaktivierter plasmazytoider
             dendritischer Zellen

 

Die Tumorvakzinierung mittels myeloider dendritischer Zellen zeigt bislang nur mäßigen klini-schen Erfolg; am ehesten profitieren Patienten mit Antikörperbildung gegen das Tumorantigen. In diesem Promotionsprojekt möchten wir untersuchen, ob plasmazytoide dendritische Zellen (PDC) Tumorantigene im Kontext eines viralen Gefahrensignals präsentieren und dadurch die Bildung Tumor-spezifischer Antikörper und zytotoxischer CD8+ Effektorzellen unterstützen kön-nen. PDCs sind Hauptproduzenten antiviraler und antiproliferativer Typ I-Interferone. Nach Vi-rusexposition polarisieren sie durch Stimulation naiver CD4+ T-Zellen eine TH1-Immunantwort. Kürzlich wurde die effektive Kreuzpräsentation (viraler) Antigene an CD8+ T-Zellen sowie die Aufnahme opsonisierter Antigene durch PDCs gezeigt. Nach Endozytose von Viruspartikeln in PDCs konnten wir eine starke Maturation und Aktivierung dieser Zellen beobachten (Manuskript in Revision). Bei einer Chip-Analyse virusstimulierter PDCs fanden wir das tumorinhibitorische Prostaglandin D2 hochreguliert (unpublizierte Daten). Die Antigenpräsentation soll anhand des Modellantigens Ovalbumin und der Tumorantigene MAGE3/Melan A untersucht werden. Deren DNA, RNA und Protein soll mittels pseudotypisierter Viren, Elektroporation und spezifischer Antikörper-Markierung in PDCs eingebracht und kostimulatorische Effekte herpesviraler Partikel untersucht werden. Die Effektorzell-Antworten von CD4+/CD8+ T-Zellen sowie B-Lymphozyten sollen über im Labor etablierte Methoden der Proliferation, Interferon-gamma-Sekretion, Apop-tose und Aktivierung charakterisiert und mit der Antigenpräsentation durch myeloide dendritische Zellen verglichen werden. Dadurch soll in Kooperation ein innovativer Ansatz zur Tumortherapie entwickelt werden.